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Parlamentarische Anfragen 2010 - 2011

Question 0870 (2.9.2010) de M. Jean Colombera (ADR) concernant la carte sanitaire:


Kürzlich hat der Gesundheitsminister das neue Leitmotiv „Besser verwalten um besser zu pflegen“ für das nationale Gesundheitswesen vorgegeben. Im Jahre 2006 wurde die letzte offizielle Ausgabe der „Carte sanitaire“ veröffentlicht. Seither scheint es keine weiteren Ausgaben dieser für das strategische und operative Management im Gesundheitswesen wichtigen Gesundheitsdatensammlung gegeben zu haben. Angesichts der Reformen, die anstehen und um die Entscheidungsprozesse mit konkretem und aktuellem Zahlenmaterial zu unterstützen, wären jedoch momentane und zeitnahe Situationsaufnahmen der Aktivitäten im Gesundheitswesen von nicht zu unterschätzendem Interesse.
In diesem Zusammenhang möchte ich folgende Fragen stellen:
1) Ist es von Seiten des Ministeriums vorgesehen, eine aktuelle „Carte sanitaire“ zu erstellen, um den am Reformprozess beteiligten Entscheidungsträgern somit Fakten vorzulegen, auf denen Strategien für die weitere Entwicklung des Gesundheitssystems beruhen könnten?
2) Wieso wurde die Sammlung und Veröffentlichung von Daten in der „Carte sanitaire“ ab 2006 nicht mehr fortgesetzt?
3) Welche alternativen Datensätze werden seit 2006 benutzt, um Entscheidungsprozesse im nationalen Gesundheitswesen zu unterstützen?
4) Wie können heute Studien und Forschungsprozesse im Gesundheitswesen durchgeführt werden, wenn sie sich nicht auf aktuelle Gesundheitsdatensätze (von verschiedensten Dienstleistern im Gesundheits- und Sozialwesen) stützen können? Wo können diese Datensätze beschafft werden? Gibt es nicht öffentliche (inoffizielle) Erhebungen von Daten bei Dienstleistern im Gesundheitswesen, die kontinuierlich gemacht werden? Wie kann das Ministerium das System verwalten/ managen, ohne auf eine aktualisierte „Carte sanitaire“ zurück greifen zu können?
5) Existiert ein Codebook der Datenbeschreibung und -definitionen, die der Datenqualität einer „Carte sanitaire“ zu Grunde liegen müssten, so wie dies beispielsweise über das „National Health Data Dictionary“ in Australien geregelt ist? Wenn ja, wo ist es öffentlich einsehbar?



Réponse (24.9.2010) de M. Mars Di Bartolomeo, Ministre de la Santé:


Die vom ehrenwerten Abgeordneten angesprochene „Carte sanitaire“ ist ein Instrumentarium, das in der Spitalgesetzgebung vom 28. August 1998 (article 3 de la loi sur les établissements hospitaliers) vorgesehen ist und das hauptsächlich zur Erstellung des „plan hospitalier“ dienen soll.
Demnach diente die Auflage von 2006 sowohl der Vorbereitung des „règlement grand-ducal du 13 mars 2009 établissant le plan hospitalier“, das am 23. März 2009 im Mémorial (A Nr. 54) publiziert wurde, wie auch den in den Artikeln 4-6 des vorgenannten Gesetzes erwähnten Betriebserneuerungen der Krankenhäuser. Eine ganze Reihe von Betrachtungen und Empfehlungen, die sich aus dieser „Carte sanitaire“ ergeben haben, sind aber auch in die Quadripartite-Runden, verschiedene Publikationen und Gutachten und vor allem auch in die Vorarbeiten und in die Überlegungen der Gesetzesvorlage zur Reform des Gesundheitssystems (avant-projet de loi portant réforme du système de santé et modifiant 1) le Code de la sécurité sociale et 2) la loi modifiée du 28 août 1998 sur les établissements hospitaliers) eingeflossen.
Eine neue Auflage der „Carte sanitaire“ ist zurzeit in Vorbereitung und wird voraussichtlich 2011 verfügbar sein.
Die Sammlung und Veröffentlichung sowie die Zusammenführung der Daten wird also fortgesetzt, aber der aufmerksame Leser der bisherigen Ausgaben der „Carte sanitaire“ wird festgestellt haben, dass diese immer wieder kritisch und mit Nachdruck auf die Unzulänglichkeit der bis dato erhobenen und verfügbaren Daten und deren Verbesserungsfähigkeit hingewiesen hat, so dass sich daraus ergibt, dass die oberste Priorität nicht eine einfache Aktualisierung der bisherigen Erhebungen sein konnte, sondern vielmehr auch eine Verbesserung (u. a. im Ausmaß und in der Qualität) der Daten, um präzisere Auswertungen zu ermöglichen.
Da die „Carte sanitaire“ eigentlich nur eine Zusammenstellung von Datenerhebungen von verschiedenen nationalen und internationalen Quellen respektive Verwaltungen ist, ist sie auch nur selten Schlüssel für andere Studien und Forschungsarbeiten im Gesundheitswesen. Forschungsinstitute, wie z. B. das CRP-Santé, können direkt und zielorientiert auf die Informationen, die sich aus den verschiedenen, kontinuierlich aktualisierten Erhebungsquellen ergeben, zurückgreifen. Dies gilt in einem gewissen Maße auch für die Systemverwaltung seitens der betroffenen Ministerien und der CNS.
Die Datenquellen der in der „Carte sanitaire“ aufgeführten Statistiken und Illustrationen sind jeweils angeführt und entsprechen den Definitionen der jeweiligen nationalen und internationalen Datenlieferanten. Ein
zusammengeführtes „Codebook“ nach dem Modell des 2.754 Seiten umfassenden australischen „National Health Data Dictionary“ gibt es nicht und wäre der aktuellen Situation auch nicht angepasst.