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22.08..2012 - Luxemburger Wort: „Patiente Vertriedung“ erkundigt sich über praktische Umsetzung des „Hitze-Aktionsplans“
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„Patiente Vertriedung“ erkundigt sich über praktische Umsetzung des „Hitze-Aktionsplans“

Wird Klinikpatienten Trinkwasser gereicht?


Laut der Vereinigung berichteten Patienten, dass sie sich auf Anraten der Krankenpfleger ihre Vorräte anlegen mussten.

Im Rahmen der Hitzewelle, die insbesondere vergangene Woche dem Großherzogtum fast tropische Temperaturen bescherte, wandte sich die „Patiente Vertriedung“ gestern per offener Brief an Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo, um ihre Besorgnis bezüglich der praktischen Durchführung des „Hitze-Aktionsplans“ 2012 und insbesondere der Trinkwasserverabreichung in Krankenhäusern auszudrücken.

„Hitze-Aktionsplan“ werde zudem darauf hingewiesen, dass alte und kranke Menschen in Bezug auf Dehydrierung besonders gefährdet seien und sie deshalb durch Maßnahmen wie etwa das Erstellen eines Registers der Risikopersonen sowie regelmäßige Kontrollbesuche zu Hause durch Pflegedienste abgesichert werden müssen.

Die „Patiente Vertriedung“ begrüßt diese präventiven und proaktiven Maßnahmen, umso mehr, da im Jahr 2003 während der damaligen Hitzewelle viele Menschen den Tod fanden. Man komme jedoch nicht umhin, den Ressortminister darauf hinzuweisen, dass die Maßnahmen sehr gezielt auf alte und kranke Menschen, die noch zu Hause wohnen oder in Langzeitbetreuungsstrukturen untergebracht sind, ausgerichtet seien. Diese Aktionen seien jedoch weniger auf die Senioren ausgerichtet, die in den Krankenhäusern betreut werden, so die „Patiente Vertriedung“. Gemäß Aussagen von Patienten würden manche Akutkrankenhäuser keine Wasserflaschen mehr verteilen. Dies aufgrund eines zu hohen logistischen Aufwandes und der damit verbundenen zu hohen Kosten. In diesen Krankenhäusern würden die Patienten, unabhängig ihres Gesundheitszustandes, aufgefordert, ihre Getränke selbst im eigens dafür aufgestellten Getränkeautomaten zu besorgen, so die „Patiente Vertriedung“. Der Vereinigung sei unter anderem berichtet worden, dass einer Person nahegelegt worden sei, sie solle ihre Familienangehörigen oder Freunde bitten, ihr Trinkwasserflaschen zu besorgen. In einem Fall sei einem Patienten, so die „Patiente Vertriedung“, vor einer OP angeraten worden, er solle sich mit Trinkwasser eindecken, falls er nach dem chirurgischen Eingriff nicht aufstehen könne.

In ihrem Schreiben bedauert die „Patiente Vertriedung“ solche Vorgehensweisen, zumal Getränke und Essen laut der Bedürfnispyramide von Maslow zu den Grundbedürfnissen des Menschen zählen. Die „Patiente Vertriedung“ weist daraufhin, dass die Eigenbeteiligung des Patienten an den Unkosten eines Krankenhausaufenthaltes von 19,44 Euro das tägliche Essen sowie den dazugereichten Kaffee oder Tee – beides sind Getränke, auf die man laut „Hitze-Aktionsplans“ lieber verzichten sollte, mit einbegreift.

Die „Patiente Vertriedung“ habe sich um eine Stellungnahme seitens der „Fédération des hôpitaux luxembourgeois“ (FHL) bemüht. Seitens der FHL sei jedoch nur bestätigt worden, dass alle ministeriellen Weisungen per Rundschreiben an die Mitglieder weitergeleitet werden, ein einheitlicher Maßnahmenkatalog seitens der FHL existiere derzeit jedoch nicht. Das Ministerium habe bis dato die Phase 3 des „Hitze-Aktionsplans“, die die konkrete Umsetzung der eigentlichen Maßnahmen beinhaltet, noch nicht ausgerufen. 

Die „Patiente Vertriedung“ will aufgrund dieser Feststellungen von Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo wissen, wie der „Hitze-Aktionsplan“ innerhalb der Krankenhausstrukturen umgesetzt wird, weshalb den Patienten nicht mindestens 1,5 Liter Trinkwasser täglich zur Verfügung gestellt werden, wie es möglich ist, dass es in einigen Krankenhäusern vom Wohlwollen der Krankenpfleger/in abhängt, ob dem Patienten Trinkwasser zur Verfügung gestellt wird, wie die Kontrollmaßnahmen in Zusammenhang mit einer adäquaten Hydrierung aussehen und wie viele Patienten bis dato in der Notaufnahme wegen einer Dehydrierung behandelt wurden. Die Antwort des Ressortministers steht noch aus. (C./asc)

Datum: 22/08/2012
Quelle: Luxemburger Wort