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22.08.2012 - Tageblatt online: Patientevertriedung: Kranke bei Hitze oft auf sich allein gestellt
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Patientevertriedung: Kranke bei Hitze oft auf sich allein gestellt


(vb) – Bis auf 35 Grad kletterte das Thermometer am vergangenen Wochenende. Für Krankenhäuser und Altenheime heißt das höchste Alarmstufe, denn Alte und Kranke sind besonders anfällig für Flüssigkeitsmangel. Die "Patientevertriedung" bemängelt, dass Krankenpfleger das Risiko oft vernachlässigen.

An heißen Tagen sollte jeder mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken – und Kaffee und Tee vermeiden, so hat es das Gesundheitsministerium erst am vergangenen Freitag empfohlen. Diese Faustregel gilt besonders für Alte und Kranke. Doch gerade sie sind häufig auf fremde Hilfe angewiesen, denn oft haben sie kein ausgeprägtes Durstgefühl oder können sich selbstständig kein Getränk besorgen.
Was passiert, wenn kein Besuch kommt?

Die "Patientevertriedung" kritisiert in diesem Zusammenhang, dass das Problem in vielen Krankenhäusern unterschätzt würde. "Wir haben bei der Fédération des Hôpitaux nachgefragt", erklärt Michèle Wennmacher im Interview mit Radio DNR. "Bei einem Krankenhaus sagte man uns, die Patienten würden dazu aufgefordert, sich selbst Getränke am Automat zu besorgen." Doch gerade frisch Operierten oder schwachen Patienten sei das nicht möglich. "Ein anderes Krankenhaus hatte den Patienten gesagt, sie sollten sich von der Familie Mineralwasser mitbringen lassen. Was passiert aber, wenn jemand keinen Besuch bekommt?"

In einem Brief an Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo fordert die "Patientevertriedung", dass sich die Krankenhäuser auf ein einheitliches Vorgehen einigen und dass das Pflegepersonal im Hochsommer regelmäßig zu Trinken gibt.

Quelle: Tageblatt online
Datum: 22.08.2012