
Wahlen 2013: Forderungen der Patientenvertretung
Die „Patiente Vertriedung“ hat ihren Forderungskatalog an die kommende Regierung vorgelegt. Ein zentrales Anliegen ist die Stärkung der finanziellen Unabhängigkeit, um auch in Zukunft die Gesundheitspolitik kritisch zu begleiten. Des Weiteren fordert sie einen Ausbau der „maisons médicales“. Drei Gesundheitshäuser seien nicht ausreichend. In erster Linie im Osten des Landes müsse die Erreichbarkeit medizinischer Versorgung verbessert werden. Gleichzeitig spricht man sich für die Einführung des Einbettzimmers als Standard aus. Es soll keine Zweiklassenmedizin geben. Patienten soll unabhängig von ihrem Einkommen die bestmögliche medizinische Betreuung zuteil werden. Außerdem ist man gegen eine Mehrwertsteuer-Erhöhung bei Medikamenten. Medikamente seien kein Luxusgut. Dies gelte vor allem bei chronisch kranken Patienten. Diese würden durch eine TVA-Erhöhung über Gebühr belastet. Niemand sei freiwillig chronisch krank. Auch die Reorganisation der Notaufnahmen steht auf der Tagesordnung der Patientenvertretung. Aufgrund zu langer Wartezeiten und einem Mangel an freiwilligen Helfern könnte eine adäquate und schnelle Versorgung nicht gewährleistet werden. Im Bereich der Transporte durch Ambulanz-Taxis sollen Normen und Qualitätskriterien erstellt werden, was bisher nicht geschehen sei. Weitere Forderungen sind die Entwicklung und Erweiterung der Präventivmedizin sowie die Anerkennung und die Reglementierung alternativer medizinischer Versorgungsmethoden mit entsprechenden Gebührenordnungen und Einrichtungen. Im Hinblick auf die Organisation von medizinischen Dienstleistungen wird ein stärkeres Miteinbeziehen der Erfahrungen von Patienten angemahnt. So habe das Universitätsspital Bern in der Schweiz durchaus positive Erfahrungen mit dem Feedback von Patienten gemacht. Aufgrund dessen konnte die medizinische Versorgung angepasst und optimiert werden. Des Weiteren fordert die „Patiente Vertriedung“ eine Aufstockung des Personals innerhalb der Beschwerde- und Berufungsinstanzen, um eine effiziente Handhabung eingehender Beschwerden zu gewährleisten. Den Patienten sollte außerdem die Möglichkeit eingeräumt werden, sich bei einer unabhängigen und neutralen Beratungsstelle zu informieren, die nicht dem Gesundheitsministerium unterstellt ist. (SB)Quelle: Luxemburger Wort
Datum: 19.09.2013