
Date: 26.02.2009
Source: Luxemburger Wort
URL: http://www.wort.lu/wort/web/letzebuerg/artikel/07841/breite-zufriedenheit-mit-gesundheitswesen.php
Breite Zufriedenheit mit Gesundheitswesen
(vb) – Die Luxemburger sind weitgehend zufrieden mit ihrem Gesundheitssystem. In einer Umfrage meinten 63 Prozent der Befragten, das System sei im Großen und Ganzen gut und nur kleinere Änderungen seien notwendig.Das ergab eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts TNS-Ilres im Auftrag des Gesundheitsministeriums, deren Ergebnisse am Mittwoch vorgestellt wurden. Demnach haben nur wenige Umfrageteilnehmer etwas an der Erreichbarkeit der Ärzte und dem Zugang zu medizinischen Leistungen auszusetzen. Während in anderen Ländern wie etwa Deutschland oder den USA Patienten hin und wieder aus finanziellen oder Zeitgründen auf einen Termin beim Arzt verzichten, ist dies in Luxemburg nahezu ausgeschlossen. Auch die Bürokratie und der Briefwechsel mit der Krankenversicherung hält sich hierzulande in Grenzen. 13 Prozent der Befragten meinten, sie hätten damit viel Zeit verbracht, was ungefähr im internationalen Durchschnitt liegt.
Eine Besonderheit in Luxemburg ist der häufige Besuch in der Notaufnahme von Kliniken oder den neuen "Maisons médicales". Auf der einen Seite ist damit sichergestellt, dass die Patienten auch nachts oder am Wochenende versorgt werden. So berichteten nur ein Viertel der Befragen von Problemen und damit deutlich weniger als im Ausland. Auf der anderen Seite liegt die Wartezeit auch recht hoch. 27 Prozent der Befragten mussten sich zwei Stunden oder mehr gedulden, bis sich ein Arzt um sie kümmerte.
Unnötige Analysen
Zwar bevorzugen die Patienten in Luxemburg in vielen Fällen direkt den Facharzt, ohne zuvor mit dem Hausarzt Rücksprache zu nehmen. Die Kehrseite dieser Tendenz ist, dass mehr Behandlungen als nötig durchgeführt werden. "Wir gehören zu den Ländern, wo am meisten doppelt oder dreifach Analysen gemacht werden", kommentierte Charles Margue, Direktor von TNS-Ilres. "Und dies sind nur die Fälle, wo die Patienten es wissen."
Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo sagte, Luxemburg verfüge über ein gutes Gesundheitssystem. "Es bietet den freien Zugang zu Leistungen, und zwar ohne Unterschied für Wohlhabende und weniger Wohlhabende." Innerhalb der Europäischen Union gebe es Bestrebungen, das Gesundheitssystem als ganz gewöhnlichen Markt anzusehen. Er selbst könne sich dieser Sichtweise nicht anschließen.
Quelle: wort.lu