
Source: Lëtzeburger Journal
Date: 28.02.2009
Url: http://www.journal.lu
Amalgam/Quecksilber bald auch in Luxemburg "tot und beerdigt"?
Mit Beginn des Jahres 2008 hat Norwegen den Gebrauch aller Quecksilberverbindungen verboten, einschließlich des Zahnamalgams. Auch andere nordische Länder haben dessen Verwendung stark eingeschränkt.
Seit dem 1. Juni 2008 herrscht in Schweden ein nahezu vollständiges Verbot von Quecksilber. Quecksilber ist "tot und beerdigt", wird Umweltminister Andreas Carlgren zitiert. Die schwedischen Pläne gehen weiter als die bisherigen Maßnahmen der EU.
Europäische Kommission: weitreichendes Verbot
Statt einzelne Produkte oder Anwendungen zu verbieten, wird das skandinavische Land eine "Weiße Liste" für den zulässigen Einsatz von Quecksilber veröffentlichen. Ab 2013 dürfen dann Produkte, die nicht auf der Weißen Liste stehen, nicht mehr produziert oder verkauft werden. Auch Dänemark und die Niederlande haben strengere Regeln erlassen, als von der EU gefordert. In Europa werden jährlich ca. 90 Tonnen Quecksilber für die medizinische Verwendung eingesetzt Japan benötigt für den selben Zweck dagegen nur rund 314 kg pro Jahr.
Eine Idee, die auch Luxemburg aufgreifen sollte? Auf jeden Fall eine Fragestellung, die der DP-Abgeordnete Xavier Bettel an Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo weiterreichte mit dem Aspekt versehen, dass in den genannten Länder solche Nutzungen auch nicht mehr von den Krankenkassen ersetzt werden.
Das Gesundheitsministerium verweist in seiner Antwort auf die bestehenden Tarife (DS14/DS16) mit den festgesetzten Materialien für Zahnfüllung, die zwischen behandelndem Arzt und Patient ausgewählt werden. In Art. 50 ("Convention" zwischen "Union des caisses de maladie" und "Association des médecins et médecins-dentistes") sieht entsprechende Vorgehensweisen und Erstattung mit Blick auf den Code CP8 vor.
Für viele Zahnpatienten sei durch Untersuchungen bestätigt, dass eine solche Nutzung von Amalgam zu einer entsprechenden Ansammlung von Schadstoffen im Körper führte.
Und dieser Fakt sei auch von vielen Zahnärzten anerkannt, nicht zuletzt hätte das Ministerium im November 2007 eine Konferenz zu diesem Thema in Luxemburg organisiert.
Die Europäische Kommission hatte im Dezember eine Studie vorgestellt, wonach ein Verbot von quecksilberhaltigen Blutdruckmessgeräten im professionellen medizinischen Bereich keine höheren Kosten für Hersteller oder Kunden hätte. Bereits heute werden in den meisten Krankenhäusern zum größten Teil quecksilberfreie Alternativen verwendet. Die Autoren der Studie empfehlen zudem ein weitreichendes Verbot von quecksilberhaltigen Zahnfüllungen. Ein Amalgamverbot würde eine "signifikante Umweltverbesserung" bringen, allerdings auch höhere Kosten nach sich ziehen.
Die Verwendung von Zahnamalgam ist neben der Produktion von Chlor die größte Quelle von ursächlich verwendetem Quecksilber in der Umwelt. In der Europäischen Union ist der Verkauf von quecksilberhaltigen Thermometern und anderen Messgeräten ab dem 3. April 2009 verboten.
Source: Lëtzebuerger Journal